Blog

Weiter, höher und entspannter ankommen– aber vor allem sicher

Steigungen werden fahrbar, der Gegenwind wird zum besten Freund und der Partner fährt einem nicht ständig auf und davon – oder allenfalls weit hinterher. Sie klingen verlockend, die Vorteile der E-Bikes oder Pedelecs, wie sie ganz offiziell heissen. Doch einfach ein E-Bike kaufen, sich daraufsetzen und losfahren ist trotz erstem Probefahren beim Händler nicht empfehlenswert. Damit der E-Bikespass nicht plötzlich zum Albtraum wird, ist es wichtig, sich gut vorzubereiten und einige Aspekte zu berücksichtigen.

E-Bike

Welches E-Bike passt zu mir?

Für den Kauf eines E-Bikes ist eine persönliche Beratung noch wichtiger als beim klassischen Fahrrad. Überlegen Sie sich als Erstes genau, für welche Zwecke Sie das E-Bike nutzen möchten: für Alltagswege, den Einkauf oder für Touren? Die persönliche Erfahrung mit Fahrradfahren spielt ebenso eine wichtige Rolle. Nach einigen Jahren Velopause sollten Sie sich beispielsweise eher für ein langsames Modell (bis 25km/h) mit einem sanften beschleunigenden Drehmoment entscheiden.

Vergessen Sie nicht, sich auch gleich den passenden Helm anzuschaffen! Dieser ist für die schnellen Pedelecs Pflicht, aber generell für Velos und E-Bikes empfohlen. Achten Sie dabei vor allem darauf, dass er gut zu Ihrem Kopf passt: Für einen idealen Schutz sollte er weder zu eng noch zu locker sitzen. Der Zwischenraum zwischen dem Kinn und dem Kinnriemen darf nicht größer als eine Fingerbreite sein.

Helm anpassen

Trainieren Sie Ihre Fahrtechnik

Die erste Hürde ist genommen, das passende E-Bike gefunden, der Helm sitzt und die Motivation für den ersten Radausflug ist gross. Jetzt geht es in erster Linie darum, sich mit seinem E-Bike vertraut zu machen und zwar auch dann, wenn man schon viele Jahre Erfahrung im Velosattel hat. E-Bikes haben ein anderes Fahrverhalten als herkömmliche Velos: Das höhere Gewicht, das schnelle Anfahren und das andere Bremsverhalten sind gewöhnungsbedürftig und müssen trainiert werden. Ein grosser Hinterhof oder ein wenig benutztes Parkareal eignen sich ideal für die ersten Fahrversuche. Generell ist es sehr empfehlenswert, einen E-Bikekurs zu besuchen, denn Gefahrensituationen lassen sich besser meistern, wenn man sie bereits kennt und durchgespielt hat. Bei diesen Fahrsicherheitstrainings, welche auch der TCS schweizweit anbietet, lernen Sie in Situationen, bei denen eine höhere Vorsicht und Achtsamkeit gefordert ist, ruhig und überlegt zu handeln.

Gefahrensituationen vermeiden

Nur weil es sich entspannter fährt, heisst das noch nicht, dass man automatisch sicherer unterwegs ist! Aus der Distanz ist es für andere Verkehrsteilnehmende oft nicht erkennbar, dass es sich um ein motorunterstütztes Fahrrad handelt. Dies führt zu einer Unterschätzung der Geschwindigkeit und kann zu gefährlichen Situationen führen. Fahren Sie daher generell defensiv und wachsam und beharren Sie nie auf Ihrem Vortritt.

Wählen Sie in der Stadt bevorzugt die minimale Tretunterstützung, da hier viele Gefahrenstellen lauern: z.B. Markierungen und Tramschienen, auf denen Sie bei zu hoher Antriebsleistung und nasser Fahrbahn schnell ausrutschen können.

Regelmässige Sicherheitschecks

Starke und gut zu dosierende Bremsen sind ein deutliches Sicherheitsplus bei höherem Tempo. Es ist daher besonders wichtig, dass das E-Bike stets in einem technisch einwandfreien Zustand ist und der Reifendruck stimmt. Verschleissteile wie Reifen und Bremsbeläge nutzen sich an E-Bikes viel schneller ab als an herkömmlichen Fahrrädern und sollten regelmässig von einer Fachperson kontrolliert werden.

Flott unterwegs, aber sichtbar

Ein wichtiges Kriterium für mehr Sicherheit beim Fahrradfahren ist mehr Sichtbarkeit. Dies gilt natürlich auch für E-Bikes, und zwar nicht nur in der Dämmerung, nachts oder bei schlechtem Wetter. Auch tagsüber ist es wichtig, gut sichtbar zu sein! Helle, reflektierende Kleidung und Accessoires sowie funktionierende Velolichter reduzieren das Unfallrisiko um ein Vielfaches. Auch den Helm sollten Sie in einer hellen Farbe wählen. Der interessante Blogbeitrag von MADE VISIBLE erklärt im Detail, wie man sich und sein E-Bike sichtbar macht. Eine grosse Auswahl an Produkten, welche hinsichtlich ihrer Eignung zur Verbesserung der Sichtbarkeit im Strassenverkehr geprüft wurden, findet man auf der Produkteseite von MADE VISIBLE.

Jean-Marc made visible
Monique made visible

Die E-Bikes schaffen neue Möglichkeiten des Unterwegsseins und ermöglichen dank der Tretunterstützung eine komfortable und trotzdem aktive Mobilität um Neues zu entdecken und die Natur unbeschwert geniessen zu können. Der Umstieg auf ein E-Bike ist aber Übungssache und sollte gut vorbereitet werden, damit dem neuen Fahrvergnügen nichts mehr im Wege steht.

Ein Blog von Barbara Sutter, Verkehrssicherheit Touring Club Schweiz